"BEGEGNUNG MIT UNSERER GESCHICHTE"

Begonnen hat die Serie der geschichtlichen Bildungsreihe im Januar 2002 mit der Wanderausstellung "Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben". Die Wanderausstellung wurde von den Jugendlichen aus den Bereichen Jugendclub und Streetwork mit regem Interesse besucht. Im Nachhinein ergaben sich zahlreiche Gespräche, und das Bedürfnis nach mehr angeleiteter Diskussion wurde laut. Im darauf folgenden Jahr besuchten wir mit interessierten Jugendlichen die viel umstrittene Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" in Halle. Als auch hier das Interesse groß war, setzten wir uns zusammen und überlegten, was für die Jugendlichen eine interessante Fortsetzung zur Arbeit an diesem geschichtlichen Thema sein könnte. So entstand das Projekt "Begegnung mit unserer Geschichte".

         29.09. bis 03.10.2018 Fahrt nach Auschwitz    

         23. bis 27.07.2018 Fahrt nach Golm     mehr

         09. bis 12.10.2017 Fahrt nach Sachsenhausen     mehr

         08. bis 12.10.2016 Fahrt nach Berlin     mehr

         11. bis 15.07.2016 Fahrt nach Golm     mehr

         11. bis 13.05.2016 Fahrt nach Weimar     mehr

         Oktober 2015 Bildungsfahrt nach Theresienstadt (ab 16 Jahre)    mehr

         Oktober 2014 Bildungsfahrt nach Auschwitz     mehr

         Oktober 2013 Fahrt nach Dachau (ab 14 Jahre)   mehr

         Juli 2013 Fahrt nach Golm (Ostsee)   mehr

         Oktober 2012 Fahrt nach Auschwitz   mehr

         Oktober 2011 Fahrt nach Bergen Belsen   mehr

         Juli 2011 Bildungsfahrt nach Schwerin   mehr

         Oktober 2010 Fahrt nach Lommel (Belgien)   mehr

         Juni 2010 Fahrt nach Berlin   mehr

         Oktober 2009 Ravensbrück / Gedenkstätte des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers   mehr

         Oktober 2008 Fahrt nach Ysselsteyn   mehr

         Juli 2008 Fahrt nach JBS Golm   mehr

         Februar/März 2008 Ausstellung “Neofaschismus in Deutschland”   mehr

        Oktober 2007 Gedenkstätte Buchenwald   mehr

         Oktober 2006 JBS Golm   mehr

         Mai 2006 Mauergedenkstätte Berlin   mehr

         Februar 2006 Dresdner Frauenkirche   mehr

         Oktober 2005 Theresienstadt und Lidice   mehr

         Oktober 2004 Konzentrationslager in Sachsenhausen   mehr

         Januar 2004 Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht"   mehr

         Juni/Oktober 2003 Euthanasie in Bernburg   mehr

        Januar 2002 Ausstellung "Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben"   mehr


„Begegnung mit unserer Geschichte“ Golm

Unsere Fahrt im Rahmen des Bildungsprojektes "Begegnung mit unsere Geschichte" begann am Montag um 9:00 Uhr in Köthen am Bahnhof. Wir fuhren über Dessau, Berlin, Züssow und Ahlbeck Wir hatten wirklich Glück, denn wir hatten immer alle Sitzplätze. Die Zugfahrt verlief reibungslos und in Ahlbeck angekommen, kauften wir uns alle noch was Süßes, Chips bzw. Getränke für die nächsten Tagen. Von Ahlbeck zur Jugendherberge Golm wurden wir mit einem Kleinbus gebracht. Nach dieser 8- stündigen Fahrt waren wir alle erschöpft und nach der Begrüßung vor Ort gingen wir erst einmal zum Abendbrot. Im Anschluss hatte jeder Zeit sein Zimmer herzurichten und Sachen auszupacken, bevor es zu einer Einweisung und Belehrung kam. Den restlichen Abend könnte jeder das Tun, wozu er Lust hatte. In diesem Bereich hat ja Golm viel zu bieten. ob im kleinen Kletterpark, beim Fußball, Volleyball Großschach bzw. beim Klavierspielen oder Kartenspiel - schnell verging die Zeit bis zur Bettruhe. Der nächste Morgen begann mit einem leckeren Frühstück bevor um 9:00 Uhr der Workshop mit dem Besuch der Kriegsgräberstätte und einer vorherige Einführung in diesem Thema begann. Mit einem Rundgang ging es mit der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema "Krieg und Frieden" an diesem Vormittag weiter. Pünktlich um 12:00 Uhr saßen wir alle beim Mittagessen, was wir uns auch munden ließen. Dann hatte jeder Freizeit bis 14:00 Uhr der nächste Workshop mit den Thema "Menschenrechte" begann. Wo und Wann wurden sie im Krieg verletzt? Wie war es im 2. Weltkrieg und wie sieht es damit heute aus? Verletzten und verletzen auch die Befreier und Eroberer diese? Das war wirklich ein spannendes Thema, welches wir tiefgründig versucht haten, zu erörtern. Ein "richtig" oder "falsch" gibt es in dieser Hinsicht ja nicht wirklich. Als Abschluß haben wir Steine bemalt, um sie später auf Grabstätten zur Erinnerung zu legen. Nun hatten wir Zeit, um bei den diesen herrlichen Wetter zum Haff zu laufen, um dort zu baden. Der Tag endete mit einen leckeren Abendbrot. Auch am Mittwoch weckte uns die Sonne. Der Workshop am Vormittag befasste sich mit dem Thema "Flucht und Migration". Zu Beginn wurden wir dafür in Gruppen eingeteilt und spielten in diesen Gruppen ein Brettspiel, bei dem wir auf ein Brett bezogen auf Einzelschicksalen die Fluchtwege kennzeichneten. Das war sehr erschreckend, bildhaft zu sehen, welche Strecken zurückgelegt wurden. Auch ein Kuchenspiel gab es, wo ein Spieler sich einen Teil vom Kuchen nehmen durfte und der andere nicht, weil er Pech hatte und er aus einem Land stammte, wo er verfolgt wurde oder eine Dürre herrschte. Zuletzt gab es ein Spiel - da wurden die Gruppen in Länder eingeteilt. Eine Gruppe war ein armes Land mit hoher Arbeitslosigkeit und geringer Wirtschaftskraft eine andere Gruppe spiegelte ein Land mit guter Wirtschaftskraft und geringer Arbeitslosigkeit wieder. Insgesammt gab es vier Staaten und die Staaten mussten sich nun einigen, ob es sich um Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention handelt und wer wieviele Flüchtlinge aufnahm. Es gab ernshafte Diskussionen darüber aber es hat allen Spaß bereitet. Nach dem Mittagessen fuhren wir nach Ahlbeck, um in der Ostsee baden zu können. Zum Abendessen waren wir wieder in unsere Unterkunft. Nach dem Abendessen nutzten fast alle die Freizeit, um Verstecken zu spielen. Das hat allen so gefallen, dass die geplante Nachtwanderung dann nicht mehr auf Zustimmung traf. Also blieben wir im schönen Objekt vor Ort und genossen den Spaß vor Ort. Am Donnerstag fuhren wir mit dem Bus nach Swinemünde. Dort haten wir in Gruppen Aufgaben einer Stadtralley beantworten müssen, um die Stadt besser kennenzulernen. Das hat allen viel Spaß bereitet und wir haben gleichzeitig Swindemünde kennengelernt. Unser Mittag nahmen wir in einer Pizzaria ein. Dann ging es wieder zum Strand bei circa 30 Grad. Einige liehen sich sogar ein Tretboot aus. In der Jugendherberge wurde zum Abschluß dann für uns gegrillt. Nach dem Abendbrot brachten wir unsere bemalten Steine noch zum Friedhof und legten diese zur Erinnerung nieder. Damit war der offizielle Teil des Tages beendet und es hieß wieder "Freizeit für jeden". Am nächsten Tag hieß es nach dem Frühstück, Koffer packen und Zimmer aufräumen. Dann hieß es Abschied nehmen. Gegen 13:30 Uhr waren wir wieder in Köthen und jeder freute sich nach der anstrengenden Zugfahrt, seine Familie wieder zu sehen. zurück





„Begegnung mit unserer Geschichte“ Sachsenhausen

Die Serie des Jugendprojektes „Begegnung mit unserer Geschichte“ wurde mit der Fahrt nach Sachsenhausen fortgeführt. Im Gegensatz zu den vorangegangen Bildungsfahrten der kommunalen Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ und Streetwork Köthen standen dieses Mal überwiegend junge Menschen im Alter von 12 - 27 Jahren im Mittelpunkt unserer sozialpädagogischen Arbeit. Im Zeitraum vom 09.10.2017-12.10.2017 wurde das Projekt in Sachsenhausen durchgeführt.
Vor Ort wohnten wir im „Haus Szczypiorski“, dieses wurde 1938 als Dienstvilla für den „Inspekteur der Konzentrationslager” Theodor Eicke errichtet. Wir besuchten die Gedenkstätte Sachsenhausen und setzten uns mit verschiedenen Themen des KZ-Lebens auseinander. Zum Beispiel bearbeiteten wir den Alltag und die Existenzbedingungen der Häftlinge im Lager, die damit verbundene Zwangsarbeit, die Biografien einzelner Häftlinge und die medizinische Versorgung der Häftlinge. Es fanden verschiedene erlebnispädagogische Kleingruppen-Projekte statt, welche im Anschluss der ganzen Gruppe präsentiert wurden. Für die Pädagogen war es wichtig, die Teilnehmenden sensibel und altersgerecht mit dieser großen Thematik vertraut zu machen und sie für die Grundwerte einer Demokratie auf Grundlage der unantastbaren Würde zu erreichen. Dafür wurde u.a. eine Auseinandersetzung mit den Menschenrechten und den Kinderrechten im Anschluss der Veranstaltung genutzt.
An einem Abend fuhren wir bowlen, dort hatten unsere Teilnehmer auch die Möglichkeit etwas Abstand vom Gelernten zu bekommen Insgesamt war es ein erfolgreiches Projekt, was dazu anregte, sich mit der deutschen Geschichte auseinander zu setzen. Erwähnenswert ist auch die Freiwilligkeit der Kinder und Jugendlichen, in den Ferien eine Bildungsreise anzutreten, um unserer Geschichte zu begegnen.
Wir bedanken uns für die finanzielle Unterstützung bei der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Köthen der Landeszentrale für politische Bildung und der Fraktion DIE LINKE. Ohne diese Unterstützung wäre ein solches Projekt nicht möglich gewesen. Das Gemeinschaftsprojekt der kommunalen Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ und Streetwork Köthen wird mit einer Bildungsfahrt in den Sommerferien fortgesetzt .Eine Voranmeldung ist in der Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ und dem Streetwork Köthen (in der Wallstraße 1 – 5) ist unter 03496/425169 und 0159/04407293 möglich. Ein großer Dank an alle Teilnehmer Ihr seid großartig!!! Peggy Riehl & Nicole Gewinner zurück





„Begegnung mit unserer Geschichte“ in Berlin

An dem Bildungsprojekt „Begegnung mit unserer Geschichte“, welches durch die Streetworkerin Frau Laurich und der Leiterin der Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ Frau Riehl organisiert wird, nahmen in den Herbstferien vom 08.10.2016 bis 12.10.2016 18 Kinder und Jugendliche teil. Auf dieser 5-tägigen Fahrt nach Berlin setzten wir uns mit unserer jüngeren Geschichte, der DDR – Diktatur auseinander. Auf uns wartete ein spannendes und aufregendes Programm mit jeder Menge Informationen und Emotionen. Nach Bezug unserer Jugendherberge mitten im Herzen von Berlin und nur einen Kilometer vom Potsdamer Platz entfernt, erkundeten wir die Stadt zu Fuß. Anschließend begann unsere Schifffahrt auf der Spree. Hier genossen wir das Lichterfest „Festival of Light“, welches Berlin in eine glitzernde und farbenprächtige Stadt verwandelte. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten, Gebäude und Plätze in der Hauptstadt wurden durch interanationale Künstler bunt erleuchtet. Am zweiten Tag unserer Fahrt entdeckten wir Berlin durch die „Mauer & Kiez Bustour“. Die Tour bot einen Einblick in die jüngere Geschichte Berlins als die Stadt noch geteilt war. Auf dieser Fahrt lernten die Teilnehmer nicht nur die Mauergedenkstätte und die East Side Gallery kennen, sondern auch die jungen Kieze in den ehemaligen Ostbezirken Friedrichshain und Prenzlauer Berg. Durch das Hop-on Hop-off Konzept war uns jederzeit ein Ein- und Ausstieg möglich. Die Mauer & Kiez Tour beendeten wir am Alexanderplatz und besichtigten einige Wahrzeichen der Stadt, wie die Weltzeituhr und den Berliner Fernsehturm. Nach dieser bildenden Stadtbesichtigung besuchten wir das interaktive DDR-Museum. Spannend und unterhaltsam tauchten wir, wie durch eine Zeitmaschine, in das Leben in der DDR ein. Wir sahen, spürten und erlebten den Alltag in der DDR anhand einzigartiger Exponate und einer nachgebauten und detailgetreuen 3-Raumwohnung im Original DDR- Design. Auch der ausgestellte Trabant mit Fahrsimulator lud unsere Teilnehmer zum Fahren ein. Am Montag besuchten wir die Gedenkstätte „Berlin-Hohenschönhausen“ und verbrachten dort einen ganzen Projekttag. Wir beschäftigten uns mit der Geschichte dieses Ortes ab dem Jahr 1951. Hier übernahm das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) das Gefängnis und nutze es bis Ende 1989 als zentrale Untersuchungshaftanstalt. Wir hatten hier die besondere Gelegenheit, Herrn Wolfgang Warnke kennenzulernen. Herr Warnke war selbst im Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen 1975 inhaftiert, nachdem er einen Menschen bei einer Flucht über die bulgarische Grenze helfen wollte. Die Flucht scheiterte. Das MfS warf ihm vor, in kommerzielle Fluchthilfe verwickelt und Teil einer „kriminellen Menschenhändlerbande“ zu sein. Wolfgang Warnke führte uns durch die gesamte Gedenkstätte und zeigte uns u.a. das „U-Boot“. Hierbei handelt es sich um einen Keller mit fensterlosen und feucht-kalten Zellen. Auch sahen wir den Haupttrakt des ehemaligen Stasi-Gefängnisses mit den über 200 Einzelzellen und den Vernehmerzellen. Alle Räume sind original erhalten und eingerichtet. Herr Warnke zeigte uns auch seine Zelle und spielte eine Vernehmung nach. Er erklärte uns, dass hier Menschen festgehalten wurden, die versucht hatten, zu fliehen beziehungsweise ausreisen wollten oder wegen ihrer politischen Meinung verfolgt wurden. Nachdem in den ersten Jahren überwiegend physische Gewalt auf die Häftlinge ausgeübt wurde, kamen später psychologische Methoden zum Einsatz. Zu nennen sind hier Schlafentzug, strenge Isolation, hermetische Abschirmung von der Außenwelt und ständige, stundenlange Verhöre. Nach diesem Projekttag mit dem beeindruckenden Zeitzeugengespräch und den zahlreichen Informationen zog es uns an den Check-Point-Charlie. Hier nutzen wir die Gelegenheit, die Asisi Panorama Ausstellung zu besuchen. Der Berliner Künstler Y. Asisi zeigt in einer perfekten Illusion die Geschichte der geteilten Stadt Berlin. Die Berliner Mauer wurde in einem 18 Meter hohen Rundbau durch eine Panorama – Installation abgebildet. Wir erlebten ein nicht mehr vorhandenes Stadtbild Berlins. Diese Ausstellung machte uns das geteilte Berlin auf eindrucksvolle Weise erlebbar. Am Dienstag setzten wir unser Bildungsprogramm mit einem weiteren Projekttag an der „Gedenkstätte Berliner Mauer“ fort. Diese Gedenkstätte befindet sich an der Bernauer Straße. Hier sahen wir ein Teil der ehemaligen Mauer und der Grenzanlagen im Zustand von 1989. Im Dokumentationszentrum hatten wir das große Glück mit einem weiteren Zeitzeugen zu sprechen. Hierbei handelte es sich um Herrn Joachim Rudolph. Herr Rudolph flüchtete selbst im September 1961 von Ost- nach Westberlin. Ein Jahr nach seiner Flucht, entschloss er sich, auch anderen Menschen bei der Flucht nach Westberlin zu helfen. Er arbeitete am legendären „Tunnel 29“, durch den am 14./15. September 1962 insgesamt 29 Personen nach West-Berlin flüchteten. Nach dieser Fluchthilfe war er auch am Bau weiterer Fluchttunnel beteiligt. Herr Rudolph nahm sich viel Zeit für unserer Gruppe und beantwortete die zahlreichen Fragen zu seinem Leben und zu seinen Fluchtmotiven. Nach dem Zeitzeugengespräch wechselten wir den Ort und fuhren zum ehemaligen Notaufnahmelager „Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde“. Die Erinnerungsstätte ist das zentrale Museum in Deutschland zum Thema Flucht und Ausreise aus der DDR. Rund vier Millionen Menschen verließen zwischen 1949 und 1990 die DDR in Richtung Bundesrepublik; 1,35 Millionen von ihnen passierten davon das Notaufnahmelager in Berlin-Marienfelde. Hier wurden sie untergebracht und versorgt und durchliefen dabei auch das notwendige Verfahren, um eine Aufenthaltsgenehmigung für die Bundesrepublik und West-Berlin zu erhalten. Unsere Teilnehmer wurden in vier zentrale Kapitel der Ausstellung – „Gründe zu gehen“, „Wege in den Westen“, „Das Notaufnahmeverfahren“ und „Im Westen angekommen“ – eingeführt und erarbeiteten selbstständig zu den einzelnen Themen eine Präsentation. Das Notaufnahmelager wurde auch nach 1990 nicht geschlossen und dient seit dem bis heute für hunderte Flüchtlinge als Notunterkunft. Wir sind alle sehr dankbar, dass wir zwei so außergewöhnliche und bemerkenswerte Menschen wie unsere Zeitzeugen Herr W. Warnke und Herr J. Rudolph kennenlernten und mit Ihnen ausführlich über ihr Leben sprechen durften. Für unsere Teilnehmer war die Fahrt besonders lehrreich. Alle Teilnehmer kennen die DDR nicht mehr, denn sie sind nach der Wiedervereinigung geboren. Ihr Wissen über diese Geschichte unseres Landes konnte noch nicht durch den Schulunterricht aufgebaut werden. Das Vorwissen beruhte daher nur auf Erzählungen im Familienkreis, wenn diese Gespräche überhaupt stattfinden.“ Ein weiterer Dank geht an die Bürgerstiftung der Kreissparkasse Köthen und an die Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen Anhalt für die finanzielle Unterstützung. Ohne diese finanzielle Förderung wäre ein solch lehrreiches Projekt nicht möglich. zurück


Bildungsfahrt vom 11. bis 15. Juli 2016 nach Golm (Ostsee)

Die Serie des Jugendprojektes „Begegnung mit unserer Geschichte“ wurde mit der Fahrt zur „Kriegsgräberstätte Golm“ fortgeführt. Im Gegensatz zu den vorangegangen Bildungsfahrten der kommunalen Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ und Streetwork Köthen standen dieses Mal überwiegend junge Menschen im Alter von 11 - 17 Jahren im Mittelpunkt unserer sozialpädagogischen Arbeit. Im Zeitraum vom 11.07. – 15.07.2016 wurde das Projekt auf der Insel Usedom durchgeführt. Vor Ort schauten wir uns die Kriegsgräberstätte Golm an und beschäftigten uns mit Einzelschicksalen auf dem Golm. Da diese Altersgruppe kaum Kenntnisse über den 2. Weltkrieg besitzt, war es wichtig, die Teilnehmenden sensibel und altersgerecht auf das Thema einzustimmen. Dafür wurde u.a. eine kreative Auseinandersetzung mit den Themen Krieg und Frieden bereits im Vorfeld in den Räumlichkeiten der „Martinskirche“ genutzt. Die Kriegsgräberstätte selbst ist ein auf Dauer angelegter Soldatenfriedhof; hier werden Soldatengräber gepflegt, um so durch eigenes Handeln Verantwortung zu übernehmen. Die Jugendlichen begaben sich auf „Spurensuche auf dem Golm“. Dazu wurden sie in Kleingruppen aufgeteilt. So konnten die Jugendlichen in ihren jeweiligen Kleingruppen den historischen Ort selbstständig erkunden und mit ihren Sinnen wahrnehmen. Die „Spurensuche auf dem Golm“ stärkt die Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit und war vor allem für Kinder und Jugendliche geeignet, die über wenig oder noch kein historisches Grundwissen verfügen. In der Jugendherberge nutzen wir die Gemeinschafträume, um uns kreativ und künstlerisch mit der einfachen Frage: Was ist Krieg und was ist Frieden, zu beschäftigen. Diese Fragestellung regte zum Nachdenken über Ursachen von Krieg und Frieden an. Unter diesem Aspekt verstanden unserer Teilnehmer, wie wichtig Frieden für unsere Gesellschaft ist. So lernten wir, dass die Frage nach Krieg und Frieden weit über militärische Konflikte hinausgeht. Für den Frieden unserer Gesellschaft ist zum Beispiel wichtig, wie Chancengleich eine Gesellschaft ist, wie solidarisch sie sich zeigt, inwieweit sie Bürger an Entscheidungen beteiligt beziehungsweise was wir aus unserer Geschichte lernen können. Nach der Erörterung und der Diskussionsrunde konnten die Teilnehmer Plakate malen, auf denen sie Kriegsmomente und/oder Friedensbotschaften ausdrückten. In unserer Freizeit fuhren wir zum Seebad Ahlbeck. Dort hatten unsere Teilnehmer die Möglichkeit, zu baden, Muscheln zu sammeln oder sich in den Sand einzubuddeln - auch besuchten wir die Ostseetherme in Heringsdorf. Die Tage beendeten wir mit einem Grillabend oder mit Stockbrot am Lagerfeuer. Insgesamt war es ein erfolgreiches Projekt, welches dazu anregte, sich mit der deutschen Geschichte auseinander zu setzen. Wir bedanken uns für die finanzielle Unterstützung bei der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Köthen und der Stiftung Gedenken und Frieden. zurück


Bildungsfahrt vom 11. bis 13. Mai 2016 nach Weimar

Die düstere Seite von Weimar
Das Jugendbildungsprojekt „Begegnung mit unsere Geschichte“, welches von Streetwork Köthen und der Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ durchgeführt wird, führte 13 Kinder und Jugendliche nach Weimar. Der Schwerpunkt dieser Fahrt lag auf den Jahren des Nationalsozialismus in Weimar. Ab 1936/37 strebten die Nationalsozialisten eine bauliche Umgestaltung des historischen Weimar an. Das Ziel des Nationalsozialisten war es, die Geschichte der unbeliebten Weimarer Republik gänzlich zu vernichten. So sollte die gesamte Stadt umgestaltet werden, um den NS-Ideal gerecht zu werden und es entstanden Bauten wie das Gauforum oder das Hotel Elephant. Zugleich wurden bereits 1937 das KZ Buchenwald und große Rüstungsbetriebe errichtet. Bei zwei außergewöhnliche Stadtführungen erkundete die Gruppe die Stadt Weimar. Die Führungen führten zu ausgewählten Stätten, an denen sich der Größenwahn der Nationalsozialisten zeigen. Besonders hervorzuheben ist der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald. Für die Gruppe bestand hier die Möglichkeit, die Öfen des Krematoriums, die Wachtürme, die Stacheldrahtzäune und die Fundamente der Baracken, in denen Menschen einst unter den unvorstellbarsten Bedingungen lebten, zu sehen. Das Eingangstor mit der Inschrift „Jedem das Seine“ bot viel Gesprächsstoff. Gefördert wurde diese Fahrt durch „Wir helfen“, den Unterstützungsverein der Mitteldeutschen Zeitung und durch die Deutsche Bahn. zurück


Bildungsfahrt vom 17. bis 21. Oktober 2015 nach Theresienstadt

Zeitzeugin Frau Rita Mikova beeindruckt im Gespräch.
Das Jugendbildungsprojekt „Begegnung mit unserer Geschichte“, welches von Streetwork Köthen und der kommunalen Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ organisiert wird, führte 20 interessierte Jugendliche in den Herbstferien vom 17. Oktober bis 21. Oktober 2015 nach Theresienstadt/Tschechien und nach Prag/Tschechien. Der Besuch des ehemaligen Ghettos Theresienstadt war der Schwerpunkt dieser Bildungsfahrt. Am ersten Tag unserer Fahrt besuchten wir Lidice, eine Stadt, welche im 2.Weltkrieg von der SS willkürlich und vollständig vernichtet wurde. Die Begegnungen an den Gräbern der Opfer und an den Gedenkstätten veranlasste die Jugendlichen zum Nachdenken über die Auswirkungen von Krieg und Gewaltherrschaft. Die nächsten beiden Tage nutzten wir, um uns das ehemalige Ghetto Theresienstadt anzuschauen. Nicht nur die zahlreichen vorhandenen Ausstellungen, sondern auch die gezeigten Filme mahnten zum Frieden. Den Jugendlichen wurde auch beim Rundgang durch die Festungen ihre Verantwortung für den Frieden und den demokratischen Umgang mit Menschen bewusst. In den offenen Gesprächsrunden gab es viel Freiraum für eine kritische Auseinandersetzung des Erlebten und für ein individuelles Gedenken der Opfer. Voller Spannung verfolgten unsere jugendlichen Teilnehmer den 90minütigen Bericht von der 93jährigen Frau Mikova aus Prag, die als Zeitzeugin von ihren Erlebnissen als jüdisches Kind in den 30er Jahren und ihrer Zeit als junge Frau im Ghetto Theresienstadt sprach. Zeitweise hätte man eine Stecknadel fallen hören können, als Frau Mikova erzählte, wie sie ihren Ehemann im Ghetto Theresienstadt kennenlernte und die gesamte Familie in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurde. Nur sie und ihr Mann überlebten und fanden mit großem Glück nach dem Ende des Krieges wieder zusammen. Gerade diese Anschaulichkeit und das direkte Gespräch ließ die Jugendlichen die Schrecken der Verfolgung spüren und ließen ebenfalls sehr nachdenkliche Teilnehmer zurück. Den letzten Tag unserer Fahrt verbrachten wir in Prag, begleitet von Karl unserem tschechischen Stadtführer konnten wir Orte der jüdischen Geschichte in Prag besichtigen und genossen bei mildem Herbstwetter den Rundgang durch die Altstadt bis hin zur Karlsbrücke.
Wir bedanken uns für die finanzielle Unterstützung bei der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Köthen und der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen-Anhalt.
Das Gemeinschaftsprojekt der kommunalen Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ und Streetwork Köthen wird im Jahr 2016 mit zwei Fahrten fortgesetzt. Zum einen thematisieren wir den Nationalsozialismus in einer fünftägigen Fahrt nach Golm und zum anderen beschäftigen wir uns mit der DDR-Diktatur in einer fünftägigen Fahrt nach Berlin. Anmeldungen sind in der Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ oder bei der Streetworkerin Kristin Laurich in der Wallstr. 5, Zimmer 301, oder unter 0177 / 4434049 und 0177 / 2917097 erhältlich. Um diese Fahrten umzusetzen, müssen wir finanzielle Eigenanteile aufbringen. Diese Eigenmittel erwirtschaften wir gemeinsam mit Jugendlichen durch das Projekt „Weihnachtshütte“. Unserer „Weihnachtshütte“ ist auch in diesem Jahr vom 04.12.2015 bis 14.12.2015 wieder in der Schalaunischen Straße, nahe dem Durchbruch, von 11.00 – 18.00 Uhr geöffnet. Alle Bürger sind herzliche eingeladen, das Projekt mit einem Einkauf an der „Weihnachtshütte“ zu unterstützen.
Peggy Riehl und Kristin Laurich

In den vergangen Herbstferien nahm ich zusammen mit 19 anderen Mitreisenden zum ersten Mal an der jährlich stattfindenden, durch Streetwork Köthen und die kommunale Jugendbegegnungsstätte “Martinskirche“ organisierten Bildungsreise „Begegnung mit unserer Geschichte“ teil.
Am Morgen des 17. Oktober versammelten wir uns am Köthener Bahnhof, um uns von dort aus mit dem Bus in Richtung Tschechien aufzumachen. Unser Ziel war Theresienstadt – ein im Zuge des Zweiten Weltkriegs errichtetes Ghetto. Auf dem Wege dorthin hielten wir in dem tschechischen Dorf Lidice. Im Jahre 1942 war dieser kleine Ort in Folge eines grausamen Massakers ausgelöscht und später wieder aufgebaut worden. Bereits die erste Station unserer geschichtsträchtigen Reise stimmte uns sehr nachdenklich. Unter der Nachwirkung dieser ersten Eindrücke setzten wir unsere Reise bei entsprechend verhaltener Stimmung im Bus fort.
Am Abend erreichten wir unser eigentliches Reiseziel - Theresienstadt. Der erste Tag unserer Reise endete nach dem Bezug unserer Zimmer in der Jugendherberge mit einer Gesprächsrunde zum Erlebten in Lidice und einem die Thematik ergänzenden Film.
In den beiden darauffolgenden Tagen lernten wir das ehemalige Ghetto „Theresienstadt“ kennen. Während einer Führung und dem Besuchen verschiedener Museen, nahm das Bild der damaligen Zeit, dass sich in jedem von uns entwickelte, zunehmend Gestalt an. Die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, die ich zuvor nur aus Büchern kannte, wirkte jetzt am Ort des Geschehens sehr viel echter, war deutlich näher und tief ergreifend. Dies spürte ich besonders bei dem Workshop „Von der Nummer zum Namen“, bei dem wir uns mit den Leidensgeschichten einzelner, im Ghetto gefangener Personen beschäftigten. Der Höhepunkt dieser besonderen Reise war für mich sowie für viele Mitreisende ein Gespräch mit einer Zeitzeugin. Dieses führten wir mit der heute 93-jährigen Rita Mikova, die von Prag nach Theresienstadt gekommen war, um uns hier vom ihren Erfahrungen im gleichnamigen Ghetto berichten zu können. Die Schilderungen der Zeitzeugin waren äußerst bewegend. So entstanden einerseits tiefe Betroffenheit und andererseits hoher Respekt vor der Leistung der älteren Dame, über die schmerzhaftesten Erfahrungen ihres Lebens in dieser Art berichten zu können. Ein Erlebnis, das von großer Nachwirkung war und das keiner der Mitreisenden je vergessen wird.
Den Abschluss unserer Reise bildete ein Aufenthalt im 60 Kilometer entfernten Prag. Nach einer informationsreichen Führung, während der wir die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der tschechischen Hauptstadt aufsuchten, schnupperten wir auf eigene Faust ein wenig Großstadtluft. In Kleingruppen machten wir uns auf den Weg, um die Altstadt zu erkunden, über die bekannte Karlsbrücke zu schlendern und ein wenig in den Geschäften zu bummeln.
Am 21. Oktober, vier Tage nach Reiseantritt, war es nun schon Zeit, Tschechien den Rücken zu kehren. Die Zeit schien wie im Fluge vergangen. Es war eine besondere Reise - eine Reise voll von interessanten Erlebnissen, berührenden Begegnungen und intensiven Erfahrungen, die uns Teilnehmern die Chance bot, Geschichte auf beeindruckende Weise - nah, lebendig und authentisch - zu erfahren. Dies macht diese Bildungsreise zu einer uns stark bereichernden und sehr bedeutungsvollen Erfahrung. Herzlichsten Dank an alle, die diese Reise organisierten und ermöglichten.
Annalena Fesser zurück








Bildungsfahrt vom 21. bis 24. Oktober 2014 nach Auschwitz

Paula eine Teilnehmerin der Fahrt schildert ihre Erlebnisse.
In den vergangenen Herbstferien habe ich an der Bildungsfahrt nach Polen teilgenommen, wo wir uns das Konzentrationslager Auschwitz und das Arbeitslager Birkenau ansehen wollten. Ich war schon vorher ziemlich gespannt was uns dort erwarten wird, weil jeder weiß was für schlimme Taten dort stattfanden. Als wir dann da waren, war es doch ganz anders aals ich es mir vorgestellt habe. Es war ein sehr interessantes Thema und wir haben viele Eindrücke bekommen, unter welchen Bedingungen die Menschen damals in Auschwitz und Birkenau leben mussten. Die Stimmung dort war allerdings sehr bedrückend. Man hat die negativen Gefühle die jeder mit diesen Orten verbindet, sehr deutlich gespührt. Wir hatten außerdem eine Stadtführung in Oswiecim (Auschwitz) wo uns viel über die Juden damals in der Stadt erzählt wurde. Anschließend haben wir uns die letzte jüdische Synagoge angeguckt, die in dieser Stadt noch erhalten ist. Ich fand es schön, das uns ein Einblick in eine Relegion gegeben wurde, mit der sich nicht jeder so gut auskennt. Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die Stadtführung durch das ehemalige Ghetto der Juden in Krakau. Uns wurde gezeigt, wo die Juden leben mussten und wie klein dieser Teil im Vergleich zum Rest der Stadt war. Doch das, was mir persönlich am besten gefallen hat, war das Gespräch mit dem Zeitzeugen. Der Zeitzeuge, mittlerweile ist er 89 Jahre alt, hat uns genau geschildert wie schwer sein Leben in dieser Zeit war und was ihm alles passiert ist, was er alles tun musste, um zu überleben und was er in den Konzentrationslagern erlebt hat. Es war sehr interessant das Thema einmal aus Sicht von jemanden zu hören, der diese schlimme Zeit miterlebt hat.
Wir haben auf dieser Fahrt sehr viel über die deutsche Geschichte und den Nationalsozialismus gelernt und ich kann nur jedem empfehlen einmal an solch einer Fahrt teilzunehmen. zurück





Bildungsfahrt vom 21. bis 24. Oktober 2013 nach Dachau

Unser Bildungsprojekt führte uns 2013 nach Dachau.
Wir hatten wieder einen Bus für die Fahrt, so das es ganz bequem für uns auf die Reise ging. Der erste Zwischenstopp war in Nürnberg, wo wir uns das Reichsparteitagsgelände anschauten und das Dokumentationszentrum besuchten. Mittels eines Rundgangs wurde uns der Größenwahn und die Propagandastrategie der Nazi verdeutlicht. Leider hatten wir nicht genügend Zeit, um alles vertiefend zu betrachten. Jedoch ist die Ausstellung auch so umfangreich, das man dafür Tage benötigen würden.
Gegen 18.00 Uhr kamen wir in der Jugendherberge Dachau an und bezogen dort unsere Zimmer. Nach dem leckeren Frühstück begannen wir unser Seminar, welches von Frank geleitet wurde. Den Nachmittag nutzten wir für den Besuch der Gedenkstätte. Die Besonderheit das ehemalige KZ Dachau bestand darin, dass das KZ Dachau der Ausbildungsort für SS-Wachmannschaften und SS-Führungspersonal war. Das Konzentrationslager bestand vom 22. März 1933 bis zur Befreiung durch die US Armee am 29.April 1945. In den zwölf Jahren seines Bestehen waren hier und in zahlreichen Außenlagern über 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert. 41.500 wurden ermordet. Mit diesen Erkenntnisse ging der zweite Tag unsere Bildungsfahrt zu Ende.
Am Mittwoch beschäftigten wir uns mit dem "Alltag im KZ Dachau" und mit dem Einzelschicksalen. Dafür wurden Teams gebildet, die dafür Plakate entwarfen. Die Ergebnisse wurden dann der Gruppen vorgestellt und es zeigte sich, dass sich alle sehr viel Mühe bei dieser Teamarbeit gaben. Nach dem Mittag fuhren wir mit dem Bus nach München. Natürlich schauten wir uns die Allianzarena an, denn wir hatten einige Bayernfans unter uns. Diese nutzten die Freizeit in München auch, um sich Fanartikel zu kaufen. Leider hatten wir mit dem Wetter Pech, denn in München regnete es die ganze Zeit. Am letzten Tag ging es nach dem Frühstück wieder heimwärts.
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Bildungsfahrt vom 13. bis 16. Juli 2013 nach Golm (Ostsee)

Spurensuche auf dem Golm
Die Serie der Jugendbildungsveranstaltungen „Begegnung mit unserer Geschichte“ wurde mit der Fahrt zur Kriegsgräberstätte Golm fortgeführt. Im Gegensatz zu den vorangegangen Bildungsfahrten der kommunalen Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ und Streetwork Köthen standen dieses Mal überwiegend junge Menschen im Alter von 10 - 16 Jahren im Mittelpunkt unserer sozialpädagogischen Arbeit.
Im Zeitraum vom 13.07. – 16.07.2013 wurde das Projekt auf der Insel Usedom durchgeführt. Vor Ort schauten wir uns die Kriegsgräberstätte Golm an und beschäftigten uns mit Einzelschicksalen auf dem Golm. Da diese Altersgruppe kaum Kenntnisse über den 2. Weltkrieg besitzt, war es wichtig, die Teilnehmenden sensibel und altergerecht auf das Thema einzustimmen. Dafür wurde u.a. eine Präsentationsreihe über den Nationalsozialismus genutzt. Die Kriegsgräberstätte selbst ist ein auf Dauer angelegter Soldatenfriedhof, hier werden Soldatengräber gepflegt, um so durch eigenes Handeln Verantwortung zu übernehmen.
Die „Spurensuche auf dem Golm“ ist Projektarbeit an Einzelschicksalen. Die Jugendlichen wurden in drei Kleingruppen aufgeteilt. Jede Gruppe arbeitete jeweils zu einem Kriegsopfer, dessen Lebenslauf sie vollständig rekonstruierten. Am Ende der Aufgabenkette wurde das Grab entdeckt. Im Anschluss präsentierten sie ihre Ergebnisse den anderen Gruppen. So konnten die Jugendlichen in ihren jeweiligen Kleingruppen den historischen Ort selbstständig erkunden und mit ihren Sinnen wahrnehmen. Die Präsentationen mit Fotos vertieften die Berichte. Die „Spurensuche auf dem Golm“ stärkt die Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit und war für Kinder und Jugendliche geeignet, die über wenig oder noch kein historisches Grundwissen verfügen.
In unserer Freizeit fuhren wir zum Seebad Ahlbeck. Dort hatten unsere Jugendlichen die Möglichkeit, an der Ostsee Muscheln zu sammeln oder sich in den Sand einzubuddeln, auch besuchten wir die Ostseetherme in Heringsdorf. Der neue Kletterparcours der JBS Golm namens „Rush Hour“ war eine wirkliche Herausforderung für unsere Gruppe und brachte uns riesigen Kletterspaß. Die Tage beendeten wir mit einem Grillabend oder einem leckeren Abendessen im Fischrestaurant an der Hafenmole in Kamminke.
Insgesamt war es ein erfolgreiches Projekt, das dazu anregte, sich mit der deutschen Geschichte auseinander zu setzen. Wir bedanken uns für die finanzielle Unterstützung bei der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Köthen, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld.   zurück





Bildungsfahrt vom 31. Oktober bis 04. November 2012 nach Auschwitz

Die Stadt Osiwecim, die die Nazis in „Auschwitz“ umbenannten und die zum Symbol der nationalsozialistischen Massenmorde wurde, war für 20 Jugendliche das Ziel der Reise im Rahmen des Projekts „Begegnung mit unserer Geschichte XIII“ vom 31.10.2012 bis 04.11.2012, welches von der Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ und Streetwork Köthen organisiert wird. In diesen fünf Tagen wurden der Konzentrations- und Vernichtungslagerkomplex Auschwitz I und Auschwitz II - Birkenau, die Stadt Oswiecim mit jüdischer Synagoge und Friedhof sowie die Stadt Krakau besucht. Die Jugendbildungsfahrt wurde durchgeführt, um den Jugendlichen den Terror der Nazi-Zeit und deren Folgen nahezubringen. Dabei sollte es nicht nur darum gehen, die Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz I und Birkenau zu besuchen, sondern auch am Beispiel der Stadt Oswiecim und der Stadt Krakau die Folgen der nationalsozialistischen Eroberung für die Bevölkerung allgemein und insbesondere für die Juden kennen zu lernen. Die Reflexionen am Abend halfen die bedrückenden Erlebnisse und das Gesehene emotional zu verarbeiten. Wir unterhielten uns sehr ausführlich mit Pfarrer Dr. Manfred Deselaers, einem deutschen Theologen, der seit 20 Jahren in Oswiecim lebt. Er half zu verstehen, dass es auf manche Fragen keine Antworten geben kann. Auch hatten wir das Glück dem Zeitzeugen Herrn Krasnokucki, ein Pole jüdischer Herkunft, welcher ein polnisches Ghetto und mehrere nationalistische Konzentrationslager überlebte, zuzuhören. Wir bedanken uns für die individuelle Unterstützung bei der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Köthen, dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.
Um den Jugendlichen, die an dem Projekt teilgenommen haben eine Stimme zu geben wird das Gedicht von
Max Hankel und der Erlebnisbericht von Johanna Belkner veröffentlicht.
Ein herzlicher Dank für diese ergreifenden Worte!




Eine Erinnerung:

Gewalt beherrscht noch heute die Welt.
Weil niemand richtig zusammenhält.
Es gab ne Zeit die war noch schlimmer.
Die Juden verfolgt, selbst die Kinder.

Müttern wurden Kinder genommen.
Sie standen da fast wie benommen.
Sie wurden in ein KZ gebracht,
an ihnen dann Versuche gemacht.

So viele Menschen sind gestorben.
Und vieles ist Vergessen worden.
Sie wurden gejagt ob Tag, ob Nacht.
Nazis niemals wieder an die Macht!




„Kommen Sie aus Deutschland?“
Vielleicht ist es Ihnen auch schon einmal passiert, Sie waren in einem fremden Land, vielleicht nur einem Nachbarland Deutschlands, und wurden, nachdem Sie begannen, etwas in ihrer Muttersprache zu sprechen, schief angesehen. Doch was war der Fehler? – Unser Benehmen, unsere Kleidung? Vielleicht, weil wir einfach nur Deutsche sind!?
Viele wissen nicht, welche Bedeutung unsere Herkunft für Ausländer hat. Jugendliche und junge Erwachsene noch am aller wenigsten, deshalb fand in der Zeit vom 31. Oktober bis zum 4.November eine „Begegnung mit unserer Geschichte“ statt. 20 Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren und zwei Betreuerinnen, Kristin Laurich (Streetworkerin) und Peggy Riehl (Leitung Jugendclub Martinskirche), reisten von Köthen nach Oswiecim (Auschwitz, Polen), um sich mit der Geschichte zu den Zeiten des Nationalsozialismus vertraut zu machen.
Mittwochmorgen, halb acht war es soweit, zum nunmehr 13. Mal fand eine Bildungsreise, ein Gemeinschaftsprojekt der Jugendbegegnungsstätte Martinskirche und Streetwork Köthen, statt. Wir sammelten uns am Bahnhof und fuhren über neun Stunden in die Unterkunft „Zentrum für Dialog und Gebet“ nahe dem Konzentrationslager Auschwitz. Nach dem Abendessen und einem sehr interessanten Gespräch über Konzentrationslager (KZ), ihren Opfern aber auch Tätern, gingen wir schlafen, denn wir hatten für die darauffolgenden Tage viel geplant.
So besuchten wir am Donnerstag beziehungsweise Freitag die Konzentrations- und Vernichtungslager Ausschwitz und Birkenau. „Sie waren ausschließlich zur Ausrottung der Juden, der Behinderten oder der vermeintlichen Gegner des SS-Regimes gedacht“, hörten wir die Dame, die uns die zwei Tage durch die Lager führte sagen und welche uns etliche Informationen zum Thema gab. Wir gingen vorbei an gewaltigen Mengen Haar, sahen Koffer mit polnischen und deutschen Adressen und standen vor den Kammern der Unmengen an Brillen, Kämmen, Spielzeugen und Prothesen der Häftlinge. Ihnen wurde bei ihrer Ankunft alles genommen… „Arbeit macht frei“, so lautete der bekannte Spruch, der gleich am Eingang des KZ steht. Den Menschen wurde so ein falsches Versprechen gegeben, denn sie wurden verachtet, misshandelt oder sofort nach ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet. An den Innenwänden des Blocks 11 sind heute Tafeln mit Bildern der Getöteten aufgereiht, sie dokumentieren Name, Geburtstag, Ankunft im KZ und Tod des jeweiligen Gefangenen. Bei einigen liegen zwischen Ankunft und Tod nur wenige Tage oder Wochen. Viele waren nicht älter als 20, viele wurden nicht älter als 20. In diesem Augenblick stockte uns nicht nur einmal der Atem, denn im Vergleich zum nüchternen Geschichtsunterricht in der Schule, war das brutaler Ernst. Wir standen in den Räumen, in denen nicht Wenige ihr Leben lassen mussten. Wir blickten in die Todeszelle des Maximilian Kolbe und standen mit erschütternden Blicken vor der „Todeswand“. Wir waren in Anorak und Handschuh eingehüllt, aber wir alle konnten so sehr gut nachvollziehen, wie vor 70 Jahren hier an Ort und Stelle tausende Häftlinge erfrieren mussten. Spätestens jetzt bekamen auch jene von uns, die zuvor im Bus laut waren, in den „Ställen“ Birkenaus eine Gänsehaut und zeigten tiefes Mitgefühl.
Nach den Besuchen der Konzentrationslager hatten wir auch noch die Gelegenheit ergriffen, am Freitag mit dem Zeitzeugen Herrn Krasnokucki (geb. 1925) zu sprechen. Dieser kam 1939 in ein polnisches Ghetto und wurde knapp ein Jahr später in das naheliegende KZ Lódz (Polen) verschleppt. Er hat überlebt und berichtete uns eindrucksvoll, wie das Leben wirklich war. Seine Eltern wurden auch in ein KZ verschleppt beziehungsweise starben noch im Ghetto an den Folgen des Hunger und der mangelnden Hygiene. Nachdem er in Lódz inhaftiert wurde, kam er nach Buchenwald und Sachsenhausen. Er betonte immer wieder, welch‘ Glück er hatte, und für uns alle war es eine wirklich berührende und unvergessliche Erfahrung. Sein komplettes Leben vertraute er uns an, und wir fieberten nach über drei Stunden Gespräch immer wissbegierig mit, wie er bei einem Marsch von Sachsenhausen nach Buchenwald die Chance zur Flucht ergriff.
Am Sonnabend ging es nach Krakau, der drittgrößten Stadt Polens. Wir besuchten „Schindlers Fabrik“ (jetzt Museum) und machten einen Stadtrundgang, der uns wertvolle Informationen über die Geschichte der Stadt vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus bot. Anschließend bestiegen wir den Wawelhügel, um von dort das Schloss und die Krakauer Kathedrale zu besichtigen, gingen in die Marienkirche auf dem Markt und schauten uns das Dominikaner Kloster an. Zu guter Letzt hatten wir noch vier Stunden Zeit für einen Bummel durch das wunderschöne und geschichtsträchtige Krakau zu machen.
Am Sonntag fuhr uns die Busfahrerin dann - mehr oder weniger ausgeruht- wieder zurück nach Köthen, wo wir dann gegen 18 Uhr bei strömendem Regen ankamen. Wir alle sind sehr froh, bei dieser Fahrt teilgenommen zu haben und möchten uns in diesem Zusammenhang auch noch einmal bei der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Köthen, dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk sowie der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt für die großzügigen Spenden bedanken, durch die diese Fahrt erst ermöglicht wurde. Des Weiteren gilt unser Dank auch an Kristin und Peggy, die das alles organisiert und mit uns „durchgezogen“ haben. Unser besonderer Dank gilt Pfarrer Dr. Manfred Deselaers für das ehrliche und bewegende Gespräch. Hoffentlich können noch viele andere Schüler aber auch Erwachsene eine Möglichkeit finden, ihm zuzuhören und den Blick zu haben, den wir jetzt auch haben. Wir können es nur an jeden weiter geben, sich nur ein kleines Stück über Geschichte und vor allem über deutsche Geschichte zu informieren. Denn wie schon der französische Philosoph Théodore Simon Jouffroy (1796 - 1842) sagte: „Der Schlüssel zur Geschichte ist nicht in der Geschichte, er ist im Menschen“. Wir, die wir im Jetzt und Hier aufwachsen und leben, können die deutsche Geschichte nicht rückgängig machen und auch nicht verhindern, dass alles vergessen wird. Wir können nur lernen, damit umzugehen und hoffen, dass sich so etwas Schlimmes niemals wiederholt.   zurück




Bildungsfahrt vom 04. bis 07. Oktober 2011 nach Bergen Belsen

Die Gedenkstätte Bergen- Belsen war für 15 Jugendliche das Ziel der Jugendbildungsfahrt im Rahmen des Projektes „Begegnung mit unserer Geschichte XII“ vom 15.10.bis 17.10.2011.
Wir besuchten den Sowjetischen Kriegsgefangenfriedhof, die Verladerampe an der die Häftlinge ankamen und abgingen und die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Bergen-Belsen ist seit 1945 ein internationaler Erinnerungsort. Mahnmale aus der Nachkriegszeit erinnern an die Menschen, die hier zwischen 1941- 1945 umkamen. Die Dauerausstellung im Dokumentationszentrum informiert über die Geschichte des Lagers, und leistet eindrucksvolle Erinnerungsarbeit. Im Zentrum dieser Bildungsfahrt stand auch die Beschäftigung mit Einzelschicksalen von ehemaligen KZ- Häftlingen. Bekanntestes Opfer der Nationalherrschaft in Bergen-Belsen war Anne Frank. Durch das Erforschen des Lebenslaufes von Anne Frank wurde ihre kurze Lebensgeschichte analysiert und ein emotionaler Zugang zur NS- Geschichte geschaffen. Tiefe Betroffenheit erzeugte die Arbeit ihrer Biographie, da Anne Frank so alt war wie die meisten der Teilnehmer heute selbst sind. Natürlich gehörte zu dieser Gedenkstättenfahrt eine entsprechende Nachbereitung, die ausgiebige Reflexionsmöglichkeit bot. Hier wurde den Teilnehmern die Möglichkeit geboten, ihre Trauer zu verarbeiten und ihre Gedanken zur Sprache zu bringen. Wir boten den Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und ihren vielfältigen Bezügen zur Gegenwart auseinanderzusetzen.   zurück



Bildungsfahrt vom 15. bis 17. Juli 2011 nach Schwerin

Unsere Fahrt ging am Donnerstag um 12.12 Uhr vom Köthener Bahnhof los. 14 Jugendliche beteiligten sich an unserem Bildungsprojekt. Nach zweimaligen Umsteigen und einer kurzen Weiterfahrt mit dem Bus in Schwerin kamen wir gegen 17.00 Uhr in der Jugendherberge an. Natürlich wurden zuallererst die Zimmer eingerichtet. Unsere 9 Jungs bezogen ein Zimmer und auch die Mädchen teilten sich ebenfalls für die nächsten Tage eine Unterkunft. Zur Vorbereitung auf den nächsten Tag gab es nach dem leckeren Abendbrot die erste Bildungseinheit. Gemeinsam sprachen wir über Toleranz, Diskriminierung und Euthanasie und erarbeiteten in diesem Kontext auch die Notwendigkeit von Zivilcourage. Der nächste Morgen begann für alle um 8.00 Uhr, denn wir wollten das Dokumentationszentrum für die Opfer der Diktaturen in Deutschland besuchen. In diesem Dokumentationszentrum hatten wir die Möglichkeit, uns die dreiteilige Dauerausstellung „Eugenik- Euthanasie im 2. Weltkrieg“ anzusehen. In dem anschließendem Workshop befassten sich die Jugendlichen mit Hilfe der Bearbeitung von Einzelschicksalen mit der NS "Euthanasie" und ihren Folgen sowie auch mit der Zwangssterilisation im so genannten "Dritten Reich".
Das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" ("Erbgesundheitsgesetz") erlaubte die Sterilisation von Schwachsinnigen, Schizophrenen, Epileptikern, Blinden, Tauben, Körperbehinderten und Alkoholkranken auch gegen ihren Willen. Es trat am 1. Januar 1934 in Kraft. Die Idee des Gesetzes war eindeutig ras-sistisch. In einer anschließenden Stadtführung durch Schwerin setzen sich die Jugendlichen mit dem Thema „Jüdische Geschichte“ auseinander. Wir suchen Stolpersteine auf, erfuhren Wissenswertes über das Schicksal dieser Opfer und besuchten die Synagoge, die am 3. Dezember 2008 eingeweiht wurde und sich im Innenhof der Gebäude Schlachterstrasse 3 und 5 befindet. Die damaligen Gemeindemitglieder mussten ihre Synagoge 1938 nach der Verwüstung durch die Nationalsozialisten eigenhändig abtragen. Heute, mehr als 60 Jahre nach dem Holocaust, ist die Jüdische Gemeinde Schwerin die Zweitgrößte in Ostdeutschland. Eine Reflexion des Tages erfolgte jeweils am Abend in offenen Gesprächsrunden. Hier war genügend Freiraum für eine kritische Auseinandersetzung des Erlebten und Gesehenen gegeben. Die den Jugendlichen weiterhin unterbreiteten Angebote basierten auf der Förderung eines demokratischen Wertebewusstseins und Verhaltens als Beitrag zur Sicherung der demokratischen Grundlagen des Gemeinwesens. Am Samstag teilte sich unsere Gruppe es wurde in der Freizeit geklettert, gespielt bzw. baden gegangen. Inhaltlich bearbeiteten wir das Thema Rechtsradikalismus und derzeitige Tendenzen. Hier wurde deutlich, dass sich junge Menschen gern mit der Geschichte auseinandersetzen, jedoch den emotionalen Bezug oft vermissen. Die Zeit in Schwerin verging für alle Beteiligten viel zu schnell, denn Sonntagmittag hieß es schon wieder: „Es geht wieder nach Hause!“   zurück



Fahrt nach Lommel (Belgien)
„Begegnung mit unserer Geschichte IX“

Auch in diesem Jahr stand wieder eine Jugendbildungsfahrt unter dem Thema „Begegnung mit unserer Geschichte“ an.
Das Gemeinschaftsprojekt der kommunalen Jugendbegegnungsstätte Martinskirche und Streetwork Köthen wurde vom 21.10. bis 24.10.2010 in Lommel in Belgien durchgeführt.
Die Jugendbegegnungsstätte Lommel liegt direkt an der größten Kriegs-gräberstätte des Zweiten Weltkrieges im west-europäischen Ausland. Auf dem Friedhof ruhen ungefähr 39.000 Gefallene des Zweiten Weltkrieges und 542 Tote des Ersten Weltkrieges, die bis zu ihrer Überführung nach Lommel auf dem belgischen Soldatenfriedhof Leopoldsburg bestattet waren. Nach den Umbettungen in den Jahren 1946-1947 ließen die belgischen Behörden für je zwei Tote ein massives Betonkreuz setzen. An den Kreuzen wurden die Namen der Gefallenen - sofern diese festgestellt werden konnten - auf Emailleschildchen angebracht. Die Erkenntnis, dass die Gefallenen sich zum größten Teil im Alter von 20 Jahren befanden, ließ niemanden von den Teilnehmern unberührt. Neben der Führung über den Friedhof, war die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Einzelschicksal von Christian-Friedrich Rosendahl ein weiterer Schwerpunkt unseres Bildungsprojektes. Tiefe Erschütterung und Erschrockenheit zeigt sich bei den Teilnehmern, als sie erkannten, welch schwierige Bürde der 23 Jährige in so jungen Jahren durchzustehen hatte. Er hatte keinerlei Wahl und anhand seiner Biographie wurde den Teilnehmern bewusst, welch angenehmes Dasein sie im Gegenzug zu ihm haben. Ein weiterer Bestandteil der Fahrt war der Besuch des Auffanglagers „Fort Breendonk“ in Willebroek. Das Fort Breendonk ist eine Festungsanlage, deren Baubeginn auf das Jahr 1906 zurückgeht. Ab 1940 wird Breendonk zum SS-Auffanglager unter Aufsicht der Sicherheitspolizei und des Sicherheits-dienstes der deutschen politischen Polizei. Das von den Nazis eingeführte Regime unterscheidet sich nur wenig von dem eines richtigen KZs. Die ca. 3.500 Inhaftierten litten unter Unterernährung und wurden zur Zwangsarbeit gezwungen. Die zahlreichen Misshandlungen führten bei einigen Gefangenen zum Tod. Während der Führung wurden den Teilnehmern diese Gräueltaten sehr direkt und ohne Verschönerung erörtert. Anhand erhaltener Informationen während der Führung und dem authentischen Zustand des Forts, machten sich bei allen Teilnehmern große Betroffenheit und Entsetzen über diese damaligen vorherrschenden schlimmen Zustände breit.   zurück



Fahrt nach Berlin

Wir haben unser Bildungsprojekt auch 2010 fortgesetzt. Aus diesem Anlass fuhren am 30.06.2010 zehn Jugendliche nach Berlin/Marienfelde und besichtigten dort das Notaufnahmelager.
Wir erhielten dort Informationen über die Flucht im geteilten Deutschland in dem Zeitraum von 1953 bis zum Ende des Bestehens der DDR.
In sieben Themenräumen spannte die Ausstellung den Bogen von der Entscheidung zum Verlassen der DDR bis zur gesellschaftlichen Eingliederung in die BRD.
Den Abschluss dieses Bildungsprojektes bildete ein Treffen mit einem Zeitzeugen, welcher über seine persönliche Flucht aus der DDR sprach und dabei auch seine Erfahrungen zum Ausdruck brachte.   zurück
Fahrt nach Ravensbrück vom 16.10.2009 bis 18.10.2009

Fürstenberg an der Havel war für 15 Jugendliche aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld, dass Ziel der Jugendbildungsfahrt 2009.
Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, wo sich einst das Frauenkonzentrationslager befand, war vom 16. bis 18.10.2009 der Ort, wo wir uns mit der Geschichte von 1939 bis 1945 beschäftigten.
In diesem Zeitraum sind etwa 132.000 Kinder und Frauen dort eingesperrt gewesen.
Nach der Zugfahrt begannen wir mit unserem Projekt.
Als Einführung sahen wir uns einen Dokumentarfilm an, wo Zeitzeugen über ihre Erlebnisse berichteten. Den Rest des Nachmittags nutzten wir, um die Mahn- und Gedenkstätte individuell zu erkunden. Im Anschluss besichtigten wir unter Führung einer pädagogischen Mitarbeiterin, dass Areal am Ufer des Schwedtsees, wo wir viele Informationen erhielten. Am Samstag setzten sich die Teilnehmer in verschiedenen Gruppen mit den Themen: „Transport“, „Ankunft“, „Täterinnen“, „Kinder“, „Biografie“ und „Zwangsarbeit“ auseinander. In diesem Zusammenhang nutzten wir die vorhandenen Teile der ehemaligen Konzentrationslageranlage sowie die zahlreichen Ausstellungen. Die Zeit verging viel zu schnell, um alle Eindrücke zu verarbeiten. Aus diesem Grund verwendeten wir den Sonntagvormittag vor der Abreise noch einmal für Diskussionen und für individuelle Gespräche. Weiterhin haben wir uns den Zellenbau angeschaut, wo Frauen aus 40 Nationen eingesperrt waren. Dieser Zellenbau ist jetzt ein Lagermuseum, wo Überlebende aus vielen Ländern Europas Erinnerungsstücke, Zeichnungen und Dokumente stifteten. Gerade diese „Ausstellung der Nationen“, die es den einzelnen Ländern ermöglichte, selbstständig ihre Räume zu gestalten, rief tiefe Emotionen hervor. Für alle Beteiligten war diese Fahrt ein Erfolg.
Das Gemeinschaftsprojekt der kommunalen Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ und Streetwork Köthen wird 2010 selbstverständlich mit einer Fahrt nach Berlin am 19.05.2010 und in den Herbstferien mit einer Fahrt nach Lommel (Belgien) fortgesetzt.
Interessierte ab 14 bzw. 16 Jahren können sich dafür schon bei der kommunalen Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ und Streetwork Köthen melden.
Bedanken möchten wir uns noch für die finanzielle Unterstützung bei der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Köthen und dem Landkreis Anhalt Bitterfeld.   zurück
Ysselsteyn vom 16.10.2008. bis 19.10.2008

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr fuhren Jugendliche aus Köthen zu einer Kriegsgräberstätte, um sich mit den Folgen der Kriegszeit auseinander zu setzen. Das Gemeinschaftsprojekt der kommunalen Jugendbegegnungsstätte Martinskirche und Streetwork Köthen wurde am 16. bis 19. Oktober in Ysselsteyn in den Niederlanden durchgeführt, nachdem in den Sommerferien Jugendliche sich in Mecklenburg-Vorpommern einen Soldatenfriedhof in Kamminke anschauten. In Ysselsteyn haben ca. 32 000 Kriegstote auf einem 30 Hektar großen Gelände in der Heide- und Moorlandschaft „De Peel“ ihre letzte Ruhestätte gefunden. Auf diesem Friedhof ruhen alle im zweiten Weltkrieg in den Niederlanden gefallenen und verstorbenen Deutschen, soweit sie nicht in ihrer Heimat überführt wurden. Neben der Führung über dem Friedhof und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem 81-jährigen Zeitzeuge Ernst Verduin ein Programmpunkt dieser Bildungsveranstaltung. Mit Wut, Trauer und tiefer Erschrockenheit haben die Jugendlichen die erhaltenen Information aufgenommen. In den Gesprächen wurde deutlich, dass Aufklärung und „Verantwortung übernehmen“ wichtige Pfeiler für eine friedliche Zukunft darstellen.

Ein weiterer Bestandteil der Fahrt war der Besuch der Anne-Frank-Hauses in Amsterdam. Schon in der Vorbereitung beschäftigten wir uns mit dem Schicksal von Anne Frank als Synonym für die viele Opfer der Jugendverfolgung im zweiten Weltkrieg. Aufgrund des pädagogischen Programms „Ein deutsches Mädchen in den Niederlanden“ konnten wir tiefere Einblicke in das Leben der Untergetauchten gewinnen und auch über die Vorurteile und Diskriminierung in der heutigen Zeit diskutieren. Alle Teilnehmer haben n der Abschlussbesprechung ihr Interesse an weiteren Projekten dieser Art bekundet und möchten sich gleichzeitig für die finanzielle Unterstützung bei der Bürgerstiftung der Kreissparkasse Köthen, der Stiftung Gedenken und Frieden vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt bedanken. Ein weiterer Dank geht an alle Einwohner der Stadt Köthen, die durch ihre Spenden beim vorjährigen Weihnachtsmarkt dazu beigetragen haben, diese Fahrt zu ermöglichen.   zurück
                 JBS Golm vom 21.07.2008. bis 24.07.2008

Unsere Jugendbildungsfahrt vom 21. bis 24. Juli 2008 führte uns zum
wiederholten Male in die Bildungsstätte Golm (Kamminke). Die Teilnehmer
waren überwiegend junge Clubbesucher, die kaum über Kenntnisse über
die historischen Hintergründe des 2. Weltkrieges verfügten. Aus diesen
Grund erfolgten am 1. Tag eine kurze Einweisung. Dabei wurden auch DVD’s
über die Machtübernahme Hitlers gezeigt.
Am Dienstag gingen wir zum Friedhof und erfuhren, dass nach Schätzungen
circa 20.000 Menschen am 12.03.1945 durch einen Luftangriff starben.
Unsere Jugendliche beschäftigten sich mit Einzelschicksalen und
erfuhren so viel über das Leid der Betroffenen.
Auch am nächsten Tag setzten wir uns mit der Geschichte
auseinander. Dokumentenfilme über die Hitlerjugend sowie über
den „Bombenangriff auf Dresden“ ruften Entsetzen und tiefe
Erschütterung hervor. Trotz dieser inhaltlichen
Bildungsarbeit blieb Zeit für Erholung und Spaß, den wir
insbesondere beim Baden in der Ostsee hatten.   zurück




Ausstellung “Neofaschismus in Deutschland”

Vom 23. Februar bis 24. März diesen Jahres fand in der kommunalen Jugendbegegnungsstätte „Martinskirche“ in Köthen eine Ausstellung zum Thema „Neofaschismus in Deutschland“ statt.
Diese Ausstellung wurde durch das Multikulturelle Jugendzentrum in Wolfen und der AG Neofa ermöglicht, welche derzeit eine Infotour in Jugendeinrichtungen des Landkreises Anhalt-Bitterfeld mit dem Thema „Wer schweigt, stimmt zu!?“ durchführen.
Die Notwendigkeit eine solche Ausstellung zu gestalten, ergibt sich aus der Tatsache, dass die Lehren, welche aus der Nazidiktatur gezogen wurden, zu verblassen drohen.
Den Besuchern wurde ein Überblick über das Gesamtthema „Neofaschismus“ gegeben. Auf 29 Tafeln wurde Neofaschismus als „politisches Lager“ aus ganz unterschiedlichen Akteuren, Parteien, Kameradschaften, Vereinen, Verlagen, Bands usw. behandelt. Aufgeteilt in mehreren Komplexe analysierte sie diese Anschauung, stellte die Organisationen, ihre Symbolik sowie ihr Auftreten in Subkulturen dar und warf schließlich einen umfangreichen Blick auf Zusammenhänge und Hintergründe; auch in direktem Vergleich mit dem Faschismus 1933-1945 und dessen Zustande kommen. Im abschließenden Teil wurden Anregungen im Kampf gegen den Neofaschismus gegeben.
Zielgruppe war und ist eine breite und interessierte Öffentlichkeit. Speziell für Jugendliche, Jugendgruppen und Schulklassen wurde eine vertiefende Beschäftigung mit diesem Thema durch pädagogisches Zusatzmaterial angeboten.
So wurde durch das Engagement der Mitarbeiter der städtischen Jugendeinrichtung „Martinskirche“ eine ganztägige Besichtigung dieser Ausstellung gewährleistet. Insgesamt nahmen 24 Schulklassen unterschiedlichster Klassenstufen der Schulen in der Stadt Köthen das Angebot an. In der Eröffnungsveranstaltung mit etwa 60 Besuchern wurde u.a. durch die Referentin des Vereins „Miteinander“ e.V. auf die Gefahren des Rechtsextremismus verwiesen.
Einen abschließenden Höhepunkt erlebte die Ausstellung am 14.03. durch eine von der AWO Köthen organisierte Buchlesung des Schriftstellers Roland Herbert über sein Buch „Ich war ... Jacob“.
Dieses Buch erzählt die fiktive Geschichte um einen kleinen jüdischen Jungen, der kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges in der Gaskammer umkommt. Die Erschütterung und Anteilnahme für das erzählte Geschehen war in den Augen der Zuschauer deutlich sichtbar.
Somit gehen wir mit einer positiven Resonanz aus dieser Erfahrung heraus, in der Hoffnung Einige zum Nach- oder sogar Umdenken bewegt zu haben.   zurück
Gedenkstätte Buchenwald

Unter unsere Rubrik “Begegnung mit unserer Geschichte” fuhren wir am 20. Oktober 2007 zum Konzentrationslager Buchenwald (bei Weimar).
In der Gedenkstätte Buchenwald bekamen wir dann eine Führung durch das Gelände. Die Informationen über den Aufbau des Lagers 1937 sowie über das Schicksal von Hermann Kempeck und anderen Mitgefangenen berührten uns sehr.
Circa eine Viertelmillion Menschen aus allen europäischen Ländern waren von Juli 1937 bis April 1945 im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Die Zahl der Opfer schätzt man auf etwa 56000 und das ist nur ein Lager von Vielen!
Eine Woche später gab es bei uns in der Martinskirche ein Nachtreffen. Hier hatten wir Zeit, um uns über das Gesehene auszutauschen. Unsere Eindrücke haben wir dann auf eine Wandzeitung verarbeitet, welche jetzt im Streetworkerbüro hängt.   zurück


JBS Golm

Unsere diesjährige Fahrt im Rahmen des Projektes „Begegnung mit unserer Geschichte“ führte uns auf die Insel Usedom. Vom 26.10.2006 bis 28.10.2006 waren wir (JBS Martinskirche und Streetworker Köthen) mit zwanzig Jugendlichen zu Gast in der JBS Golm, welche vom „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.“ betrieben wird. Der Volksbund eröffnete die Jugendbegegnungsstätte im März 2005 und betreibt als einziger Kriegsgräberdienst der Welt eine eigene Jugend- und Schularbeit. Nach der langen Reise nutzten wir die restlichen Abendstunden, um uns den Film „Der Pianist“ anzuschauen. Tief beeindruckt und emotional erschüttert von den Erlebnissen der Hauptperson, diskutierten wir auch noch die darauf folgenden Tag über den sinnlosen Krieg und die Gewaltherrschaft.
Der nächste Tag war geprägt von dem Besuch der Kriegsgräberstätte auf Golm. Circa 23.000 Kriegstote, darunter überwiegend Zivilisten, sind auf diesem Friedhof zum Teil in Massengräber begraben wurden. Sie wurden alle Opfer des amerikanischen Luftangriffes auf die mit Flüchtlingen überfüllten Stadt Swinemünde am 12. März 1945. Nach einer kurzen geschichtlichen Darstellung der Ereignisse, begannen unsere Jugendlichen mit der Spurensuche. Einzelne Gruppen setzten sich mit Einzelschicksalen auseinander und schilderten ihre Erkenntnisse den anderen Mitstreitern in der anschließenden Zusammenkunft. Durch die aktive Beteiligung lernen die Jugendlichen in einen geschichtsbezogenen Entdeckungs- und Lernprozess, Verantwortung für eine friedliche Zukunft zu übernehmen.
Am Freitag wurde die Grenze zwischen Deutschland und Polen sowie die polnische Stadt Swinoujscie besucht. In Swinoujscie entdeckten die Jugendliche eine polnische Stadt mit deutschen Wurzeln.
Den Samstagvormittag nutzten wir, um die Briefe, die Wladyslaw Szpilman (der Pianist) an seine Frau schrieb, als Zeitzeugnisse auszuwerten. Während all diesen Veranstaltungsinhalten erfuhren unsere Jugendlichen, dass Meinungsfreiheit, Wahrung der Menschenrechte, Demokratie und Frieden keine Selbstverständlichkeit sind, sondern das Engagement jedes Einzelnen erfordern. Es war eine wirklich gelungene Fahrt. Dank gilt den Organisatoren der JBS Golm.   zurück
Mauergedenkstätte Berlin

Gemeinsam mit der Streetworkerin Christine Krohn führten wir am 29. und 30. Mai das Bildungsprojekt „Begegnung mit unserer Geschichte“ fort. Für diese Veranstaltung „Mauergedenkstätte Berlin“ konnten wir 13 Jugendliche gewinnen, die sich mit der Geschichte und der Teilung Deutschlands an den beiden Ferientagen auseinander setzen.
Den Montag nutzten wir zur Einstimmung. In einer Gesprächsrunde konnte man dann eigene bzw. fremde Ereignisse, Erlebnisse und Erfahrungen bezüglich der Teilung und der Wiedervereinigung Deutschlands austauschen. Im Anschluss sahen wir uns den Film „Sonnenallee“ an. Gegen 19.00 Uhr aßen wir noch zusammen Abendbrot.
Am nächsten Morgen war 08.15 Uhr Treffpunkt für unsere Jugendlichen. Gegen 08.34 Uhr kam dann auch unser Zug. In Berlin-Ostbahnhof angekommen, schauten wir uns die 1,3 km gut erhaltene und von Künstlern aus aller Welt gestaltete Mauer an. Dieses Zeugnis der Teilung Berlin steht auch unter Denkmalschutz. Anschließend sind wir mit der U-Bahn zur Friedrichstraße gefahren und haben uns das Mauermuseum angeschaut. Nach zwei Stunden Aufenthalt in diesem sehr informativen Museum ging es zum wohl bekanntesten Grenzübergang zwischen Ost und West – dem Checkpoint Charlie. Danach ging es zum Mahnmal von Peter Fechter. Peter Fechter war einer der ersten Maueropfer, der am 17.08.1962 die Mauer zu überwinden versuchte. Auf seiner Flucht wurde er auf der Mauerkrone beschossen. Schwer verletzt fiel er zurück auf Ostberliner Boden, wo er verblutete. Die Bilder des sterbenden 18-jährigen Bauarbeiters gingen und gehen heute noch um die ganze Welt.   zurück
Die Frauenkirche

Im Februar 2006 unternahmen wir eine Tagesfahrt nach Dresden, um die Frauenkirche zu besichtigen. Fortuna war mit uns, nicht nur das unsere Züge pünktlich waren, nein auch das Wetter zeigte sich von der schönen Seite. Angekommen in Dresden war erst mal "Essen fassen" angesagt. Danach ging es schnurstracks zur Frauenkirche. Der Name „Frauenkirche“ wurde abgeleitet von dem Namen „Unserer lieben Frau“, denn die Vorgängerkirche war Maria, der Mutter Jesus geweiht. Einige von uns waren wohl überrascht gewesen, in welcher majestätischen Pracht sich die Frauenkirche, sowohl von außen als auch von innen repräsentierte. Bei der Führung erfuhr man, dass der Ratszimmermeister Georg Bähr vom Stadtrat Dresden mit der Planung und den Bau eines neuen Gotteshaus beauftragt wurde. Im Jahre 1726 wurde feierlich der Grundstein gelegt und mit dem Aufsetzen des Turmkreuzes 1743 wurde der Bau abgeschlossen. Während des siebenjährigen Krieges hielt die Frauenkirche, den preußischen Kanonenkugeln stand. So entstand die Legende, dass die Kirche unzerstörbar sei. Auch am 13.Februar 1945 hielt die Frauenkirche der Bombennacht zu Dresden zunächst stand und gewährte etwa 300 Menschen Zuflucht in der Krypta. Aber durch den Feuersturm, der in Dresden wütete, drang das Feuer durch die zerstörten Fenster und verbrannte so die gesamte hölzerne Inneneinrichtung. Am 15. Februar 1945 fiel die Kuppel in sich zusammen. 1966 wurde die Ruine zum Mahnmal erklärt. Anfang der neunziger Jahre begann man mit dem Wiederaufbau der Kirche. Am 30. Oktober 2005 wurde die Frauenkirche geweiht. Nach der interessanten Führung bot sich die Zeit an für eine individuelle Spurensuche. Es war für alle ein sehr interessanter Tag. Der Mensch ist in der Lage, Wunderbares zu erschaffen, aber auch dieses zu zerstören.   zurück


Konzentrationlager Theresienstadt und Lidice


Am 21. Oktober 2005 begann unsere dreitägige Bildungsfahrt, wir fuhren mit unseren Jugendlichen nach Tschechien. Dort besuchten wir Lidice, ein Ort, welcher von den Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg ausgelöscht wurde. Die Begegnungen an den Gräbern der Opfer und an den Gedenkstätten veranlasste uns zum Nachdenken über die Auswirkungen von Krieg und Gewaltherrschaft.

Zum Gedenken der Kinder von Lidice.

Die nächsten beiden Tage nutzten wir, um uns das ehemalige Konzentrationslager Theresienstadt anzuschauen. Nicht nur die zahlreichen vorhandenen Ausstellungen, sondern auch die gezeigten Filme mahnten zum Frieden. Den Jugendlichen wurde auch beim Rundgang durch die Festung ihre Verantwortung für den Frieden und den demokratischen Umgang mit Menschen bewusst.
In den offenen Gesprächsrunden gab es viel Freiraum für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Erlebten und für ein individuelles Gedenken der Opfer.   zurück

Konzentrationslager Sachsenhausen

Nach einem gemeinsamen Frühstück am 24.10.2004 fuhren wir mit dem Zug nach Sachsenhausen. Im dortigen Konzentrationslager erhielten wir eine sehr aufschlussreiche Führung über das Geschehene am Ort. Das KZ Sachsenhausen wurde im Sommer 1936 von Häftlingen errichtet. Zwischen 1936 und 1945 waren im KZ Sachsenhausen mehr als 200 000 Menschen inhaftiert. Die Häftlinge waren zunächst politische Gegner des NS-Regimes bzw. Unerwünschte als rassisch oder biologisch minderwertig erklärte Gruppen. Später, ab 1939 kamen zunehmend Bürger der besetzten Staaten Europas hinzu. Zehntausende kamen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS. Auf den Todesmärschen nach der Evakuierung des Lagers Ende April 1945 starben noch einmal Tausende von Häftlingen. Etwa 3000 im Lager zurückgebliebene Kranke wurden am 22. April 1945 von russischen und polnischen Einheiten der Roten Armee befreit. Nach der Führung hatte jeder die Möglichkeit, unter den zahlreichen Angeboten der Ausstellungen auszuwählen. Die Rückfahrt nutzten wir, um Gesehenes auszuwerten und unsere Eindrücke wiederzugeben.   zurück

„Verbrechen der Wehrmacht – Dimensionen des
Vernichtungskrieges 1941 – 1944“

Am 3. Januar 2004 fuhren wir nach Halle, um uns die Ausstellung anzuschauen. Jeder musste die Fahrt, sowie den Eintritt selbst finanzieren, was eben einige abschreckte, mitzufahren. Erstaunt waren wir, als wir feststellten, dass unsere Streetworkerin die gleiche Idee hatte, sodass wir als kleine Gruppe gemeinsam auf Erkundungsreise gingen. Circa zwei einhalb Stunden nutzte die Gruppe, um sich im „Tschernyschewskij Haus“, dort befand sich die Ausstellung, zu informieren. Schnell wurde deutlich, in welch erschreckendem Ausmaß die Wehrmacht am Verbrechen, insbesondere an jüdischen und sowjetischen Menschen, beteiligt waren. Auch wenn dies in der Bundesregierung bis in den siebziger Jahren vehement verneint wurde. Das riesige Interesse an dieser Ausstellung wurde sicherlich auch durch die sehr gute Veranschaulichung geweckt. Schautafeln mit übersichtlich angeordneten Fakten, sowie Hördokumente gaben die Möglichkeiten viele, auch neue Erkenntnisse zu gewinnen. Tief ergriffen war die Gruppe über die Feldpostbriefe, die deutlich zeigten, wie starrsinnig „die Oberen“ (Funktionäre etc.) Soldaten noch am Ende des Krieges regelrecht opferten, obwohl schon lange vor Kriegsende klar war, dass Deutschland diesen Krieg nicht gewinnen konnte. Es war für alle ein sehr interessanter Tag, der uns sehr nachdenklich und emotional betroffen machte.   zurück
Euthanasie in Bernburg

Gleich zweimal, einmal in Juni und das zweite Mal in Oktober 2003, besuchten wir mit interessierten Jugendlichen die ehemalige
Euthanasie in Bernburg.
Euthanasie bedeutet so viel wie Herbeiführung des Todes.
Bernburg war von 1940 bis 1941 eine der sechs zentralen „Euthanasie“-Anstalten im dritten Reich. In den Euthanasieanstalten wurden kranke und behinderte Menschen sowie Häftlinge aus Konzentrationslagern getötet. Über 9.000 kranke und behinderte Menschen wurden von 1940 bis 1941 durch Gas ermordet. Danach erfolgte die Tötung von kranken und behinderten Menschen dezentralisiert und reichsweit in anderen psychiatrischen Anstalten durch Überdosierungen von Medikamenten oder durch Entzug der Nahrung. In Bernburg erfolgte dann die Tötung von Häftlingen aus den Konzentrationslagern Buchenwald, Sachsenhausen, Neuengamme, Ravensbrück, Flossenbürg und Groß-Rosen.
Tief betroffen von den sehr interessanten Informationen schauten wir uns die Räumlichkeiten der Euthanasie an. In der Hoffnung, dass so etwas nie wieder passieren wird, bedanken wir uns bei
Frau Hoffmann, die uns diese Ausstellung zeigte.   zurück

"Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben“

Bei der Ausstellung handelt es sich um eine Dokumentation der Kinder- und Jugendkonzentrationslager Moringen (bei Göttingen) und Uckermark (bei Ravensbrück). Die Existenz dieser so genannten “Jugendschutzlager“ wurde fast 40 Jahre lang in beiden deutschen Staaten verschwiegen. In den 80er Jahren kam der Historiker Heinrich Muth bereits nach einem ersten Aktenstudium und ohne genauere Kenntnisse des Lageralltags und der unsäglichen Umstände, denen die Kinder und Jugendliche ausgesetzt waren, zu dem Schluss, dass das „Jugendschutzlager“ Moringen den Charakter eines „allgemeinen Konzentrationslagers für Jugendliche“ trug. Recherchen zum Mädchen-KZ Uckermark konnten erst nach dem Fall der Mauer aufgenommen werden. Um über diese „vergessenen“ jungen Opfer des NS-Terrors zu gedenken, organisierte der Verein „Miteinander“ in Zusammenarbeit mit Martin Guse (Konzept und Inhalt) die Wanderausstellung in Sachsen-Anhalt. Um die Wanderausstellung kurzer Hand nach Köthen zu holen, stellten wir unseren großen Saal gerne zu Verfügung. Dass die Ausstellung gerade auch in der heutigen Zeit einer große Bedeutung hat, zeigte die Präsenz wichtiger Persönlichkeiten unserer Stadt bei der offiziellen Eröffnung.   zurück